Live! Poet auf der Bühne 
Bestellbar hier im sonderpunkt Verlag


Auf der Bühne die Einsamkeit und auch Macht. Die Spannung im Publikum steigt. Dann der alles erlösende Applaus. Wenn es gut läuft. Lesungen gehören zum Literaturbetrieb dazu wie Reifen an ein Auto.
Christoph Aschenbrenner liest seit nun 20 Jahren. Mit der Autorengruppe Sem;kolon, im Team mit Autorenkollegen oder solo. Vor zwei bis 200 Zuhörern. Draußen in der Natur, in Theatern, Gemüseladen oder in der Kirche.
Live! Poet auf der Bühne bündelt die Texte, mit denen der Autor Menschen fasziniert, unterhalten oder verstört hat.

"Der Autor hat ein klares Anliegen. Eigentlich wollte er ein Rockstar werden. Die ersten Versuche mit einer E-Gitarre, in fernen Jugendtagen, gestalteten sich aber wenig befriedigend. Heute steht er zwar dennoch auf der Bühne, aber eben ohne Gitarre." (Thomas Lawall)

Das Buch enthält 15 kurze Prosastücke und zwei Gedichte.



Christoph Aschenbrenner: Live! Poet auf der Bühne
sonderpunkt Verlag, Münster, September 2014
Reihe: Sonderpunkte 56
Taschenbuch, Format A6, 46 Seiten
ISBN 978-3-95407-040-4
Preis: 4,90 €

Deutsche Literatur, Belletristik, erzählende Literatur

In Münster ist das Buch wie auch "Ultraviolett - 14 Momentaufnahmen aus unbestimmten Tiefen" und "Nur einen Atemzug, einen Kuss entfernt" im
ROSTA Buchladen
Aegidiistr. 12
vorrätig.

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Eintrag in DNB



LESEPROBE aus dem Buch:

Olga-Wolga

Die Busfahrerin der Linie, mit der ich immer von der Arbeit nach Hause fahre, ist klein und pummelig. Sie trägt große Brillengläser und hat schlecht blondierte Haare.
Sie kontrolliert jede Fahrkarte, egal ob einer einsteigt oder zehn Leute. Bei dieser Busfahrerin gibt es keine Gnade und kein Schwarzfahren. Niemand will sich aber an die permanenten Verspätungen gewöhnen, die dadurch entstehen.
Wenn sie Durchsagen macht, und sie macht öfter Durchsagen als alle Busfahrer der ganzen Stadt zusammen, hört sich das an wie in nicht synchronisierten russischen Bauernfilmen. Mit einem Mörderakzent befiehlt sie, weiter nach hinten durchzugehen oder von der Hintertür wegzubleiben. So viel sie auch "bitte" sagt, es hört sich immer nach dem Umgangston in einem Gulag an.
Ich nenne sie Olga-Wolga.
Olga-Wolga fährt Bus wie einen Traktor auf einer Kolchose. Sie wäre bestimmt eine bessere und zuverlässige Fahrerin, wenn es nicht Fahrgäste gäbe.
Einmal stritt sie sich mit einem Jamaikaner über die Gültigkeit seines Tickets. Nach zeitraubendem Palaver ließ sie ihn einsteigen. Er setzte sich zu mir nach hinten und öffnete eine Bierflasche. Während er trank, schimpfte er auf Olga-Wolga, dass es die Insassen des ganzen Busses amüsierte. Zwei Haltestellen weiter betätigte Olga-Wolga die Handbremse, stand vom Fahrersitz auf und warf den sonnigen Gruß aus der Karibik mitsamt seinem Bier raus. Eine weitere Abweichung vom Fahrplan.
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