Sonderpunkte II ...
Geschichten, Gedichte, Fotos

Marianne Evrard & Julia Kisker (Hrsg.)



sonderpunkt Verlag Münster, Dezember 2014
ISBN 978-3-95407-050-3
Taschenbuch, 120 Seiten, 9,90 €
"Die Autoren-Anthologie zum 10. Jahrestag des sonderpunkt Verlages."
Texte und Fotos von 39 Autoren und Fotografen

Aufruf zum Mitmachen

Der sonderpunkt Verlag wurde 2014 zehn Jahre alt. Eine große Leistung für einen kleinen Verlag in dieser Branche.
Um dieses Jubiläum zu feiern, wollten Marianne Evrard und Julia Kisker den Autoren und sich ein Buch schenken. (Wie zum 5-jährigen, als "Sonderpunkte 1" erschien.) Gefragt waren Texte mit einem persönlichen "Sonderpunkt". Autoren innerhalb und außerhalb des sonderpunkt Verlages waren angesprochen. Fotobeiträge waren ebenso erwünscht. Die Münstersche Zeitung berichtete darüber.
Christoph Aschenbrenner bewarb sich mit zwei Texten bei diesem Projekt. Bei dem einen handelte es sich um eine Satire in Form eines Briefes, der an einen Popstar gerichtet ist. Dies wurde vom Autor schon im Studio aufgenommen und in der Bürgerfunksendung "Alex on air - Wir funken anders" beim Lokalradio Antenne Münster gesendet.
Der andere Text von Aschenbrenner erschien nun in der "Sonderpunkte II ..."-Anthologie.

Aufbau des Buches

In meist kurzen Geschichten werden von unterschiedlichen Autorinnen und Autoren alltägliche und zugleich besondere Begebenheiten ihres Lebens erzählt - die "Sonderpunkte". Verschiedene Fotografien erzählen ihre Geschichten ohne Worte. Am Schluss des Buches gibt es ein Interview mit einer der beiden Verlagsfrauen, Frau Evrard, von Eva Schmitdtke, das Fragen nach dem Woher, dem Jetzt und dem Wohin des sonderpunkt Verlages beantwortet.

Textbeitrag von Christoph Aschenbrenner

Mit "Berühmte letzte Worte eine Fabrikarbeiters" (Seite 42) wurde von Aschenbrenner ein ruhiger, getragener und stimmiger Text in "Sonderpunkte II" veröffentlicht - das war jedenfalls die Meinung der Autorengruppe Sem;kolon, die auf einem Treffen diese Geschichte vorab vorgetragen bekam. Sie ist die Lösung einer "Hausaufgabe" der Gruppe zum Thema "Krebs".
Ein junger Mann erinnert sich darin an sein Verhältnis zum Großvater und erlebt dessen Sterben. Man könnte, wenn man wollte, diesen Text in eine Reihe von Kurzgeschichten in Aschenbrenners Buch "Live! Poet auf der Bühne" einordnen.
Obwohl in der Ich-Form erzählt, muss dies nicht bedeuten, dass es ein autobiographischer Text von Christoph Aschenbrenner ist. Vielmehr ist intendiert, eine authentische Geschichte abzuliefern, in der wir uns vielleicht alle in dieser einen besonderen Beschreibung wiedererkennen. Dahinter steht das Prinzip, über das Besondere das Allgemeine zu zeigen. Und zwar auf einer emotionalen Ebene.

Fotobeitrag von Christoph Aschenbrenner

Das Foto auf Seite 107 stammt aus einer Serie von Impressionen aus seiner Heimatregion in den 80er Jahren mit einer geliehenen Spiegelreflexkamera. Dieses künstlerische Intermezzo währte nicht mehr als wenige Wochen eines Hochsommers, und lange bevor feststand, dass Christoph Aschenbrenner nach Münster gehen würde.
Zu sehen sind Felder und an einem Feldweg entlang verlaufen Strommasten. Es ist in der Abenddämmerung aufgenommen. Obwohl das Bild in der Anthologie in Schwarzweiß abgedruckt ist, verliert es dadurch nicht seinen Reiz. Das Fehlen von Personen in diesem Bild wie auch in der ganzen Fotoserie damals zeugt auch von der Rolle des Betrachters, von der Aufgabe des Wahrnehmens. Eigentlich das, was Christoph Aschenbrenner in seiner Literatur macht.
Am Ende seines Buches "Ultraviolett - 14 Momentaufnahmen aus unbestimmten Tiefen" schreibt der Autor: "[] Beobachten ohne gesehen zu werden. Unsichtbar sein wie ultraviolettes Licht. Nicht eingreifen. Eine gewisse Distanz wahren und doch nicht objektiv sein können oder müssen. []"
So konnte das, was durch das Objektiv der Kamera betrachtet wurde und chemisch auf dem Film festgehalten wurde, nicht objektiv sein, denn allein die Auswahl des Motivs war schon ein subjektiver Akt.

Teilnahme der Autorengruppe Sem;kolon an diesem Projekt

An Münsters langjährig bestehende Autorengruppe Sem;kolon ging eine besondere Einladung, sich an dieser Anthologie zu beteiligen. Eine Lesung in der damaligen personellen Konstellation war der Grund. Frau Evrard vom sonderpunkt Verlag besuchte Anfang 2014 die Veranstaltung "Sem;kolon liest !" und war vom literarischen Niveau der Gruppe überzeugt.
Es wurde in der Gruppe besprochen und so bewarb sich jeder, der dies wollte, einzeln für "Sonderpunkte II ...".
Außer Aschenbrenner sind von Sem;kolon mit ihren Texten noch vertreten:
Martin Heinrich mit "Nächtlicher Ausflug", Seite 10
Katja Angenent mit "Sonder-Bar-Blues", Seite 98
Ruth Elsinger mit "Fremde", Seite 102
Dies ist in erster Linie ein individueller Erfolg für die Autoren, dennoch ein klein wenig auch die Leistung der Autorengruppe Sem;kolon als Ganze.