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Tatbestand

Eine erfolgreiche Sem;kolonlesung ist im Café Montmartre gelaufen. Mit den aktiven Autoren Christoph Aschenbrenner, Carlder, Christian F. und Ruth Elsinger.
Im Publikum saß Gregor Bohnensack-Schlößer, der die Gruppe schon für die VHS-Lesereihe im April 2013 gebucht hat. Die Lesung findet dann im Rosta-Buchladen in Münster statt.
Die Klinke-Lesung "Irrlichter" muß leider dieses Jahr ausfallen. Es handelte sich um das Bühnenprogramm der Zeitschrift für Literatur und Psychiatrie in Münster, an dem Aschenbrenner teilnehmen wollte.

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Erste Version dieser Seite: 22.09.2000
Aktualisiert im
Mai 2012

 

 

 

 

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Gegen alle Ressourcen

Brav soll er sein. Funktionieren soll er. Immer schön tun, was Autoritäten sagen. Angepasst bleiben und die Ordnung nicht stören, damit es kein Nachspiel habe. Die Konsequenzen würde er tragen müssen.
Das Ergebnis ist gleichbleibender Umsatz bei steigenden Profiten. Jeder bekommt, was er verdient. Die Firma sorgt schließlich für sein Wohlergehen. Für die Firma zu leben, ist ein Privileg.
Er ist mit Magenschmerzen aufgewacht. Was? Schon so spät? Einen Moment überlegt er, sich krank zu melden. Nein, es wird schon irgendwie gehen. Am besten lässt er das Frühstück aus. Sein Magen. Und weil es schon so spät ist.
Glatt rasiert sitzt er in der U-Bahn. Viele aus seiner Schicht nutzen die gleiche Linie. Neben ihm macht sich der dicke Herr Teusche auf dem Sitz breit. Er tut so, als interessieren ihn die Neuigkeiten aus der Buchhaltung. Er spürt seinen Magen wieder. Unterschwellig riecht Herr Teusche nach ranzigem Menschenfett.
In seiner Abteilung ist vom ersten Moment an Stress. Es gab einen Fehler von dem vorausarbeitenden Firmensegment und nun müssen sie alles noch mal kontrollieren. Um die Zeit für die übliche Arbeit aufzuholen, werden sie gebeten, auf die Mittagspause zu verzichten und Überstunden dran zu hängen. Niemand murrt oder sagt etwas dagegen. Es kommt halt schon mal vor, dass wer einen Fehler macht. Die Allgemeinheit hat dafür zu sorgen, dass der Zeitplan und die Produktivität eingehalten werden. An seinen Magen denkt er nicht mehr, er kommt nicht dazu.
Als er die Firma für den kurzen Weg zur U-Bahnstation verlässt, ist es schon dunkel geworden und der Tag zu Ende. Er hätte nicht übel Lust, Urlaub zu beantragen oder einen draufmachen zu gehen. Stattdessen übergibt er sich. Wovon? Er hat den ganzen Tag nichts gegessen. Das reicht! Er wird sich morgen krank schreiben lassen. Oder übermorgen.


©hristoph Aschenbrenner

Literatur von C. Aschenbrenner

Weitere Links:

Autorengruppe Sem;kolon

Zeitung Klinke

Carlder...

Autorenkollege C. Nachtigäller

Denk(g)arten

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