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Tatbestand

Am 13. Oktober 2011 trat zum 40jährigen Jubiläum des Förderkreises Sozialpsychiatrie im Theater Pumpenhaus in Münster auch die Redaktion der Klinke-Zeitung auf. Hier ein Bild von Christoph Aschenbrenners Auftritt.
Er las seinen Text "Rückkehr" aus dem Klinke-Heft Nummer 20 /1995 vor ca. 100 Zuhörern.

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Erste Version dieser Seite: 22.09.2000
Aktualisiert im
November 2011

 

 

 

 

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Gegen alle Ressourcen

Brav soll er sein. Funktionieren soll er. Immer schön tun, was Autoritäten sagen. Angepasst bleiben und die Ordnung nicht stören, damit es kein Nachspiel habe. Die Konsequenzen würde er tragen müssen.
Das Ergebnis ist gleichbleibender Umsatz bei steigenden Profiten. Jeder bekommt, was er verdient. Die Firma sorgt schließlich für sein Wohlergehen. Für die Firma zu leben, ist ein Privileg.
Er ist mit Magenschmerzen aufgewacht. Was? Schon so spät? Einen Moment überlegt er, sich krank zu melden. Nein, es wird schon irgendwie gehen. Am besten lässt er das Frühstück aus. Sein Magen. Und weil es schon so spät ist.
Glatt rasiert sitzt er in der U-Bahn. Viele aus seiner Schicht nutzen die gleiche Linie. Neben ihm macht sich der dicke Herr Teusche auf dem Sitz breit. Er tut so, als interessieren ihn die Neuigkeiten aus der Buchhaltung. Er spürt seinen Magen wieder. Unterschwellig riecht Herr Teusche nach ranzigem Menschenfett.
In seiner Abteilung ist vom ersten Moment an Stress. Es gab einen Fehler von dem vorausarbeitenden Firmensegment und nun müssen sie alles noch mal kontrollieren. Um die Zeit für die übliche Arbeit aufzuholen, werden sie gebeten, auf die Mittagspause zu verzichten und Überstunden dran zu hängen. Niemand murrt oder sagt etwas dagegen. Es kommt halt schon mal vor, dass wer einen Fehler macht. Die Allgemeinheit hat dafür zu sorgen, dass der Zeitplan und die Produktivität eingehalten werden. An seinen Magen denkt er nicht mehr, er kommt nicht dazu.
Als er die Firma für den kurzen Weg zur U-Bahnstation verlässt, ist es schon dunkel geworden und der Tag zu Ende. Er hätte nicht übel Lust, Urlaub zu beantragen oder einen draufmachen zu gehen. Stattdessen übergibt er sich. Wovon? Er hat den ganzen Tag nichts gegessen. Das reicht! Er wird sich morgen krank schreiben lassen. Oder übermorgen.


©hristoph Aschenbrenner

Literatur von C. Aschenbrenner

Weitere Links:

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Zeitung Klinke

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Autorenkollege C. Nachtigäller

Denk(g)arten

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